Neugestaltung Naschmarktparkplatz – Zwischen den Wienzeilen

2023 Wien

Status:

Wettbewerb

Client:

Stadt Wien

Kategorien:
  • nachhaltigkeit
  • öffentlich / urban
  • wettbewerb

Caramel architektInnen mit GM013 Landschaftsarchitektur

Der Raum zwischen den Wienzeilen wird neu gedacht und durch das ergänzt, was seine Umgebung am dringendsten benötigt: Grün. Wo eine intensive Begrünung nicht möglich ist, knüpfen Schirme als prägendes Element an die historische Identität des Naschmarkts an. Insgesamt entsteht eine zusammenhängende Hügellandschaft, die im Westen einen Park ausbildet und sich Richtung Naschmarkt zunehmend auflöst. So entsteht ein fließender Übergang zum Bestand.

Die sanft modellierten Hügel schaffen natürliche, geschützte Bereiche und vielfältige Nutzungsqualitäten. Marktflächen werden im westlichen Abschnitt in die Parklandschaft eingebettet. Im Osten, wo Grünflächen räumlich begrenzt sind, strukturieren flexibel einsetzbare Schirme den Raum. Auf einem festen Raster angeordnet, definieren sie unterschiedliche Zonen und markieren in größerer Ausführung das neue Naschmarkt-Entree.

Die baulichen Eingriffe bleiben zurückhaltend: Im Westen werden lediglich in die Hügel integrierte Sanitär- und Lagerbereiche vorgesehen. Im östlichen Abschnitt wird die Typologie der bestehenden Pavillons aufgenommen, zeitgemäß interpretiert und nachhaltig weiterentwickelt.

Zwischen Kettenbrücke und der westlichen Ausfahrt der Wienfluss-Überdeckung entsteht ein durchgehender Grünraum. Sanfte Böschungen zur Linken Wienzeile schaffen Aufenthaltsqualität, bieten Schutz vor Verkehr und laden zum Verweilen ein. Sitzmauern unter neuen, klimaresilienten Bäumen ergänzen die offenen Parkwiesen. Eine zentrale Parkpromenade verbindet als multifunktionale, rollbare Bewegungsfläche alle Bereiche. Durch Aufweitungen und Engstellen entsteht eine lebendige Abfolge unterschiedlicher Räume.

Ein kreisrunder Platz bildet das Zentrum: Mit bewegter Oberfläche ausgestattet, fungiert er als Wasserspiel mit flachen Becken und verwandelt sich außerhalb der Betriebszeiten in eine trockene Skatefläche. Ergänzend entstehen ruhigere Nachbarschaftsbereiche mit Picknickzonen, Tischtennis- und Bouleflächen. Südlich schließen Retentionsbereiche nach dem Prinzip der Schwammstadt an, die Regenwasser aufnehmen, speichern und zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

Die Bepflanzung orientiert sich am klimaresilienten Wiener Straßenbaumsortiment. Unterschiedliche Baumarten strukturieren Böschungen, Wiesen- und Platzbereiche. Ein differenziertes Beleuchtungskonzept mit Platz- und Wegeleuchten sorgt für Orientierung und Sicherheit. Der gesamte Parkraum wird barrierefrei, robust und übersichtlich gestaltet.

Die Schirme verbinden den neuen Grünraum mit dem Naschmarkt. Fix installierte Elemente markieren das Entrée und leisten mit integrierten Technologien wie Photovoltaik, Sprühnebelanlagen und reflektierenden Membranen einen Beitrag zur Klimaanpassung. Mobile Schirme können flexibel angeordnet und für Markt-, Ausstellungs- oder Veranstaltungsformate genutzt werden. Ihre Organisation erfolgt über ein Verleihsystem.

Die neuen Naschmarkt-Pavillons verbinden Marktgeschehen mit gemeinschaftsfördernden Nutzungen. Ihre flexible Struktur erlaubt kombinierbare Einheiten für Bildungs-, Koch- und Kulinarikveranstaltungen. Passive Heiz- und Kühlsysteme, Photovoltaik, Mikro-Windturbinen und eine Erdwärmepumpe reduzieren den Energiebedarf. Kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung minimiert Verluste. Begrünte Retentionsdächer und helle Materialien wirken der Hitzeinsel entgegen.

Ein umfassendes Regenwassermanagement speichert und versickert Oberflächen- und Dachwasser in Schwammstrukturen oder Zisternen. Das gesammelte Wasser dient der Bewässerung und speist Wasserspiele. Öffnungen in der Wienfluss-Überdeckung unterstützen die natürliche Kühlung. Ziel ist ein energieautarker Park, dessen Beleuchtung über Solarpaneele betrieben wird. Alle Materialien stammen aus regionaler Herkunft und sind langlebig sowie ressourcenschonend.

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